#MonacoLog: Lichte Momente

Sudetendeutsches Museum München - © Christoph Bücheler | MonacoTrail (alle Bilder)

Der kleine Stadtspaziergang verbindet zwei Orte, wo man sich die heraufziehende dunkle Jahreszeit erhellen kann und verläuft weitgehend quer zu den Haupt(verkehrs)strömen.

„Es gehört zu den Freuden der Pluralität, dass die Welt sich niemals zwei Menschen in dem genau gleichen Aspekt zeigt.“
(Hannah Arendt)

Nach einem dienstlichen Termin bin ich von Haidhausen durch die Au und das Gärtnerplatzviertel zum Salvatorplatz spaziert, trotz anfänglichen Nebels wohl ahnend, dass ich auf dem Weg etwas Herbstsonne einsaugen kann. Zunächst vorbei am Gasteig: nachdem nun seit einer Woche die Ausweichphilharmonie in Sendling eröffnet ist, mag es mit dem Großprojekt Umbau wohl bald losgehen? Zeit, sich zu verabschieden von einer, trotz herbem Charmes, liebgewonnenen Institution. Unvergessen die Passion am Karfreitag, als die Feuerwehr die Philharmonie räumen ließ wg. „Brandgeruchs“. Letztlich war nur der Rauch der Grillfeuer von der Isar in die Klimaanlage gezogen...
In ein paar Jahren wird der Gasteig verwandelt zurückkommen, die Kastanien über der Rosenheimer Straße wird es dann wohl nicht mehr geben, sie stehen vermutlich dem geplanten „Stadtbalkon“ im Weg. Heute muss ja alles und jedes performen, auch so ein Gebäude und seine Besucher. Aber die Aussicht wird bestimmt geil.

Das erste angesteuerte Ziel ist das neue Sudetendeutsche Museum, heute (Mo) freilich geschlossen. Ich wollte mir aber zunächst eh die phantastische Lage am Isarhochufer anschauen, das sah auf dem Stadtplan schon vielversprechend aus. Und: das Gebäude hat sich mit Unterstützung des Herbstlichtes von seiner besten Seite gezeigt. Besuch folgt.

Dann über Auer Mühlbach, Isar und Museumsinsel Richtung Viktualienmarkt. Der Intuition folgend am Rand geblieben, in Richtung Jakobsplatz abgebogen und weiter durch Nebenstraßen und Passagen zum Salvatorplatz.

Das Literaturhaus war das zweite Ziel. Dort hat am Wochenende eine kleine Ausstellung über Hannah Arendt (1906-1975) eröffnet, deutsch-amerikanische Denkerin, Autorin, Zeitzeugin, Jüdin. Seit ein paar Jahren findet ihr Denken wieder gesteigertes Interesse, auch weil sie schon vor 60 Jahren über das Performen nachgedacht hat.  Die Eindrücke: gleichermaßen erhellend wie bedrückend. Wer möchte mit dieser Generation tauschen? (Ausstellung bis 24.04.22)

 

 

Startpunkt nach Wahl am Ostbahnhof (S/U) oder Rosenheimer Platz (S). Endpunkt Odeonsplatz (U)

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