Lange Tour meist mitten durch die Weinberge, hin und wieder auch etwas ermüdend auf Fahrwegen und an Straßen entlang. Mit malerischem Finish in Saillon.

Diese Etappe ist identisch mit der Etappe 2 des Chemin du Vignoble (CdV, 36). Sie ist sonnenexponiert und ziemlich lang, dazu kommen einige Wegeabschnitte, die wenig Abwechslung bieten und deshalb etwas ermüdend sind. Vielleicht hilft es zu wissen, oder lenkt ab, dass man, wie an einer Perlenschnur aufgereiht, eine Reihe wichtiger Weinbaugemeinden durchwandert, mit unter Kennern namhaften Appellationen: Conthey, Vétroz, Ardon, Chamoson, Leytron, Saillon. Was allerdings am Weg fehlt, ist eine einfache oder einladende Möglichkeit, die köstlichen Erzeugnisse aus diesen Weinbergen zu verkosten. So bleibt es also eine eher staubige und trockene Angelegenheit.

Zu Anfang allerdings bezaubert der Aufstieg zum Lac de Mont d'Orge, ein kleiner Natursee und regional bedeutsames Feuchtbiotop. Die Ausblicke vom Weg aus zurück nach Sion und über das Rhonetal sind wunderbar. Reizvoll ist auch der Weiterweg durch die Weinberge oberhalb von Conthey bis nach Sensine mit den Weinbergmauern und der kleinteiligen Landschaft. Danach geht es wenig aufregend durch das Gemeindegebiet von Vétroz und Ardon mit einigen Straßenabschnitten. Erst am Ortsende von Ardon erwartet uns wieder eine sehr schöne Passage durch die Weinberge bis nach Chamoson, unter der Felswand des Six de Gru entlang. Auf dem Abschnitt Chamoson - Leytron kann man wieder Strecke machen, in Chamoson gibt es immerhin ein kleines Straßencafé.

Das alte Dorf Saillon ist ein "Village perché", wie man es aus der Provence kennt, dicht gepacktes Steingemäuer um einen aus der Talebene aufragenden Hügel herum, von einer Burgruine bekrönt. Ein platanenbestandener Platz, ein nettes Restaurant, als wäre man in Südfrankreich. Die alten Häuser allerdings sind fast ausschließlich bewohnt von den portugiesischen Feldarbeitern, die wir heute untertags überall in den Weinbergen angetroffen haben. Die Walliser wohnen in langweiligen Schuhschachtel-Villen, die sich wie in die Landschaft gefliest in die Ebene zu Fuß des Hügels ausbreiten.

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